Trainer mit Klemmbrett beobachtet 11-jährige Spielerinnen und Spieler bei einer Footeco-Sichtung auf Kunstrasen

Footeco erklärt: Was Eltern über das Talentprogramm des SFV wissen müssen

«Dein Kind ist für die Footeco-Sichtung vorgesehen.» Diesen Satz hören viele Eltern zum ersten Mal vom Trainer, und dann kommen die Fragen: Was ist Footeco überhaupt? Wie viel Aufwand ist das? Was kostet es? Und was, wenn es nicht klappt? Als Fussball-Personaltrainer begleiten wir jedes Jahr Kinder vor, während und nach Footeco. Hier erklären wir das Programm so, wie wir es Eltern im Erstgespräch erklären würden.

FOOTECO IN 30 SEKUNDEN

  • Was: Talentförderprogramm des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) für 11- bis 14-Jährige
  • Teams 2026/27: FE-12 (Jahrgang 2015), FE-13 (2014), FE-14 (2013)
  • Rein kommt man: nur über den eigenen Verein, der das Kind zur Sichtung meldet
  • Aufwand: 3–4 Trainings pro Woche plus Spiele und Turniere
  • Kosten (Region Zürich): ca. CHF 600–800 Ausbildungsbeitrag plus ca. CHF 400–500 für die Ausrüstung

Was ist Footeco?

Der Name steht für Fussball, Technik und Koordination. Footeco ist das Nachwuchsförderprogramm des SFV für Talente im Alter von 11 bis 14 Jahren und läuft seit 2012. Die Swiss Football League unterstützt es jährlich mit einer Million Franken.

Die Idee dahinter: Talente sollen nicht zu früh und nicht nur nach Körpergrösse ausgewählt werden. Früher haben grosse Klubs schon um sehr junge Kinder geworben, oft um die körperlich Stärksten. Footeco soll das ändern. Im Fokus stehen Technik, Spielverständnis und wie gespielt wird, nicht nur das Resultat. Jedes Kind soll Einsatzzeit bekommen, und kleine Spieler sollen gegenüber grossen nicht benachteiligt werden.

Der Footeco-Weg: Meldung durch den Stammverein, Sichtung im Frühling, FE-12 bis FE-14 und Spitzenfussball Junioren
Der Footeco-Weg: Meldung durch den Verein, Sichtung, drei Jahre FE-12 bis FE-14 und danach Spitzenfussball Junioren oder zurück in den Stammverein.

Die Footeco-Stufen 2026/27

Die Zahlen unten stammen aus der Region Zürich (FVRZ). In anderen Regionen ist der Aufbau ähnlich, Details wie Trainingstage oder Kosten können abweichen. Welche Kategorie im normalen Vereinsbetrieb gilt, zeigt unsere Übersicht Junioren-Kategorien 2026/27.

Team Jahrgang Trainings/Woche Spielform
FE-12 2015 3 7 gegen 7, 4 × 15 Min.
FE-13 2014 3–4 9 gegen 9, 4 × 20 Min.
FE-14 2013 3–4 9 gegen 9 (Rückrunde 11 gegen 11), 3 × 30 Min.

Trainiert wird in der Region Zürich meist am Montag, Mittwoch und Freitag. Dazu kommen pro Halbjahr rund 11 Meisterschaftsspiele, Testspiele und mehrere Turniere, bei FE-12 auch Hallenturniere. Pause ist mindestens drei Wochen im Sommer und über Weihnachten.

Wie kommt mein Kind ins Footeco?

Wichtig vorweg: Eltern können ihr Kind nicht selbst anmelden. Der Weg führt immer über den eigenen Verein, den sogenannten Stammverein. So läuft es in der Region Zürich:

  1. Der Verein schlägt vor: Gemeldet werden Kinder des älteren E-Jahrgangs, nach Absprache auch besonders talentierte Kinder des jüngeren E-Jahrgangs.
  2. Gespräch mit den Eltern: Der Verein bespricht die Meldung mit euch. Erst wenn ihr einverstanden seid, wird das Kind angemeldet.
  3. Sichtungen im Frühling: Zwischen etwa Mitte März und Mitte Mai finden drei bis vier Sichtungstrainings statt.
  4. Entscheid und Start: Wer überzeugt, startet im Sommer im FE-12-Team des Leadvereins.

Jeder Verein gehört zu einem Ausbildungskreis mit einem festen Leadverein. In der Region Zürich sind das der FC Zürich, GC und der FC Winterthur (mit dem FC Schaffhausen). Für die GC-Ausbildungskreise March/Obersee läuft die Meldung über den FC Rapperswil-Jona. Wohnt ihr anderswo in der Schweiz, kann euch euer Verein oder Regionalverband sagen, welcher Leadverein zuständig ist.

Nächste Sichtung: Für Jahrgang 2016 (Mädchen: Jahrgänge 2015 und 2016) finden die FE-12-Sichtungen in der Region Zürich im Frühling 2027 statt. Die Vereine werden im Spätherbst 2026 informiert. Wenn dein Kind in Frage kommt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt für ein Gespräch mit dem Trainer.

Verpasst? Es gibt eine zweite Chance

Ab FE-12 führen die Leadvereine jedes halbe Jahr Nachsichtungen durch. Gemeldet werden Kinder, die sich in der laufenden Saison stark entwickelt haben oder letztes Jahr nicht teilnehmen konnten. Ab FE-13 scouten die Leadvereine zudem selbst und kontaktieren Vereine direkt. Worauf Scouts dabei achten, erklärt unser Artikel Wie werde ich im Fussball gescoutet?

Umgekehrt gilt: Footeco ist kein Abo auf drei Jahre. Die Spieler werden laufend beurteilt, ein Ausscheiden ist nach jedem Jahr bzw. Halbjahr möglich. Dann geht es zurück in den Stammverein. Die Lizenz bleibt übrigens die ganze Zeit dort, es findet kein Vereinswechsel statt.

«Wir haben viele Beispiele. Manche schaffen es früh ins Footeco, gerade bei den jüngeren Teams ist es noch etwas einfacher. Einige entwickeln sich super. Andere denken, sie hätten es geschafft, sobald sie drin sind. Aber dort beginnt die Reise erst: Man muss zusätzlich arbeiten, für sich selber schauen, Gas geben und die Freude nie verlieren.»

Nic Keller, Mitgründer von 360Football

Was wird bei der Sichtung angeschaut?

Offizielle Bewertungsbögen der Leadvereine sind nicht öffentlich. Aus unserer Erfahrung mit Spielerinnen und Spielern, die wir auf Sichtungen vorbereitet haben, fallen vor allem diese Dinge auf:

  • Ballbehauptung unter Druck: Wer in engen Räumen ruhig bleibt und den Ball nicht verliert.
  • Handlungsschnelligkeit: Schulterblick vor der Ballannahme, schnelle und richtige Entscheidungen.
  • Technik mit beiden Füssen: Erster Kontakt, Dribbling, Passqualität.
  • Tempo und Antritt: Wichtig, aber bewusst nicht das einzige Kriterium.
  • Persönlichkeit: Einsatz, Mut, wie das Kind auf Fehler reagiert und ob es Anweisungen umsetzt.

Alltag, Kosten und Organisation

  • Kosten (Region Zürich): Ausbildungsbeitrag ca. CHF 600–800, Ausrüstung ca. CHF 400–500. Die Beträge unterscheiden sich leicht je Leadverein.
  • Fahrten: Transport zu Training, Spielen und Turnieren organisieren die Eltern. Fahrgemeinschaften helfen enorm.
  • Zeit: Mit drei bis vier Trainings, Spielen am Wochenende und Anfahrt ist Footeco für die ganze Familie ein Fixpunkt in der Woche.
  • Schule: Bei drei bis vier Trainings pro Woche lohnt es sich, Hausaufgaben und Lernzeiten früh zu planen. Unser Artikel Fussball und Schule hilft dabei.

Lohnt sich Footeco?

Meistens ja, aber nicht um jeden Preis. Unsere ehrliche Einschätzung:

«Der grösste Fehler von Eltern ist, wenn sie selber zu verbissen sind. Die Motivation muss vom Kind kommen. Wenn sie vom Kind kommt, kann und muss man das fördern und pushen, dann lohnt sich ein Footeco auch. Es braucht dann eine gewisse Unterstützung, zum Beispiel auch mal fahren. Selbstständigkeit ist natürlich auch wichtig, etwa das Kind mit dem ÖV gehen lassen. Wenn der Weg aber extrem weit ist oder der Leistungsunterschied gar nicht so gross, weil das lokale Team gerade einen sehr starken Jahrgang hat, kann man auch locker etwas zuwarten und später wechseln. Grundsätzlich bin ich aber Fan davon, ins Footeco zu wechseln, wenn sich die Möglichkeit ergibt, sofern das Kind die Freude und das Selbstvertrauen behält.»

Nic Keller, Mitgründer von 360Football

Nicht ausgewählt – und jetzt?

Ehrlich gesagt: Die meisten Kinder kommen nicht ins Footeco, und viele, die drin sind, schaffen den Sprung danach nicht. In der Region Winterthur zum Beispiel werden bei den Sichtungen bis zu 120 Kinder getestet, bis zum U-15-Team bleiben nach Angaben eines Vereins nur rund 20 übrig. Ein Nein mit 10 oder 11 Jahren ist deshalb kein Urteil über die Zukunft. Gerade Spätentwickler und spät im Jahr Geborene holen oft auf, wenn sie körperlich nachziehen und technisch dranbleiben.

«Andere wurden nicht genommen und haben zum Beispiel bis ins U-15- oder U-16-Alter in der Youth League gespielt. Den Sprung haben sie trotzdem geschafft, weil sie immer zusätzlich gearbeitet haben. Irgendwann sieht man diese zusätzlichen Trainings mit Qualität einfach. Einer davon ist heute absoluter Leistungsträger in einer U-16, entwickelt sich weiter und hat die besten Werte der Mannschaft.»

Nic Keller, Mitgründer von 360Football

Was wirklich hilft: weiter Freude am Spiel haben, im Verein viel spielen und gezielt an den zwei, drei Punkten arbeiten, die bei der Sichtung gefehlt haben. Dafür gibt es die Nachsichtungen.

So bereitet ihr euch sinnvoll vor (ohne Druck)

  1. Viel Ball, wenig Druck: Kinder, die viel mit dem Ball spielen, auch draussen mit Freunden, haben bei Sichtungen einen Vorteil.
  2. Gezielt statt mehr: Lieber einmal pro Woche konzentriert an Ballbehauptung und Entscheidungsschnelligkeit arbeiten, als jeden Tag zusätzlich zu rennen.
  3. Schwacher Fuss: Fällt auf jeder Sichtung auf. Tipps in unserem Artikel Den schwachen Fuss trainieren.
  4. Schlaf und Essen: Mit drei bis vier Trainings pro Woche wird Erholung zum Leistungsfaktor. Siehe unseren Ernährungs-Guide für junge Fussballer.
  5. Das Kind entscheiden lassen: Footeco muss das Ziel des Kindes sein, nicht nur das der Eltern.

«Wenn sich ein Kind bei uns auf eine Sichtung vorbereitet, gehen wir auf dem Platz alles durch, was wichtig ist, damit es positiv auffällt, ganz spezifisch aufs Probetraining. Dazu gehören auch mentale Aspekte, Dinge, die man einfach wissen muss. Das kommt besser an, wenn es von einem erfahrenen Coach kommt und nicht nur von den Eltern. Und natürlich bereiten wir es technisch und athletisch auf die Anforderungen vor, damit es richtig fit ist und am Ball deutlich besser.»

Nic Keller, Mitgründer von 360Football

Gezielt auf die Sichtung hinarbeiten oder nach einem Nein dranbleiben? Im Personaltraining von 360Football analysieren unsere Trainer, wo dein Kind steht, und arbeiten an genau den Punkten, auf die es bei Sichtungen ankommt. Einzeln oder in Kleingruppen, an 16 Standorten. Nach dem Probetraining bekommt ihr eine persönliche Einschätzung.

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FAQ: Footeco

Was heisst FE-12, FE-13 und FE-14?

FE steht für Footeco, die Zahl für die Altersstufe (U-12, U-13, U-14). 2026/27 sind das die Jahrgänge 2015, 2014 und 2013.

Kann ich mein Kind selbst für Footeco anmelden?

Nein. Die Meldung zur Sichtung macht immer der Stammverein, nach Absprache mit den Eltern. Sprich also mit dem Trainer oder dem Juniorenobmann.

Was kostet Footeco?

In der Region Zürich rund CHF 600–800 Ausbildungsbeitrag plus CHF 400–500 für die Ausrüstung. Dazu kommen die Fahrten. Genaue Beträge und Zahlungsmodus nennt der Leadverein.

Wann sind die Footeco-Sichtungen?

In der Region Zürich im Frühling, ca. Mitte März bis Mitte Mai, für Kinder im älteren E-Jahrgang. Ab FE-12 gibt es halbjährliche Nachsichtungen.

Gibt es Footeco auch für Mädchen?

Ja. Mädchen können ebenfalls gemeldet werden, in der Region Zürich für die nächste FE-12-Sichtung mit den Jahrgängen 2015 und 2016. Zusätzlich gibt es regionale Mädchen-Auswahlen.

Bleibt mein Kind im eigenen Verein?

Die Lizenz bleibt beim Stammverein, es gibt keinen Übertritt. Ob und wie oft das Kind daneben im Stammverein spielt, klärt ihr am besten direkt mit dem Leadverein.

Lohnt sich Footeco?

Meistens ja, wenn die Motivation vom Kind kommt und es Freude und Selbstvertrauen behält. Ist der Weg sehr weit oder spielt das lokale Team gerade auf ähnlichem Niveau, kann man auch etwas später wechseln.

Was passiert nach FE-14?

Die Besten wechseln in den Spitzenfussball Junioren (U-15 und älter) der Leadvereine. Alle anderen spielen im Stammverein weiter. Der Weg zum Profi ist auch später noch offen.

Quellen: Swiss Football League: Footeco · FVRZ: Footeco · FVRZ: Wichtige Informationen Footeco ZH 2026/27 · FVRZ: Der Footeco-Weg 2026/27 · FC Oberwinterthur: Das Footeco-Programm kurz erklärt. Stand: Oktober 2026. Angaben zu Kosten und Trainingstagen gelten für die Region Zürich.

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