Trainingsziele in der Vorbereitung auf die Fussballvorbereitung Teil 2

Welche Trainingsziele sollten innerhalb einer Vorbereitung auf die Fussballvorbereitung verfolgt werden? Teil 2

Hier gehts zum ersten Teil.

In unserem letzten Artikel sind wir bereits auf Trainingsziele eingegangen, welche innerhalb einer Vorbereitung auf die Fussballvorbereitung verfolgt werden sollten. In  diesem Zusammenhang haben wir bereits die Zielsetzungen in den Körperfähigkeiten passiver Gelenksmobilität sowie Muskelflexibilität besprochen.

Heute werden wir auf weitere Zielsetzungen in den Körperfähigkeiten der aktiven  Gelenksmobilität sowie Kraft und deren Unterfähigkeiten eingehen.

 

1. Erarbeiten einer adäquaten aktiven Gelenksmobilität im Bereich:

  • der Lendenwirbelsäule
  • des Hüftgelenks
  • des Fußes
  • der gesamten Beinachse

Unter einer aktiven Gelenksmobilität verstehen wir die Fähigkeit, ein Gelenk durch gezielte Muskelaktivität innerhalb des gesamten vorhandenen Bewegungsausmasses bewegen und stabilisieren zu können. Sehr viele Fussballer haben vielfältige Stabilitätsdefizite im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Hüftgelenks, aber auch im Fuss. Diese Stabilitätsdefizite können zu einer instabilen Beinachse führen, was zu multiplen Fehlbelastungen im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Hüftgelenks, des Kniegelenks aber auch im Fuss führen kann. Die Folge davon können immer wiederkehrende Überlastungsprobleme wie Leistenbeschwerden, Knieschmerzen, Rückenschmerzen aber auch Fussbeschwerden sein. Im weiteren Verlauf können dieses Stabilitätsdefizite, wie bereits erwähnt, zu einer Instabilität der gesamten Beinachse (dynamische X-Beinstellung) führen, was das Risiko für schwerwiegende Kniegelenksverletzungen (z.B. Kreuzbandriss) aber auch Sprunggelenksverletzungen (Bänderriss) enorm erhöht! Aus diesem Grund sollte jeder Fussballer eine adäquate aktive Gelenksmobilität im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Hüftgelenks, des Fusses sowie der gesamten Beinachse besitzen.

 

2. Erarbeiten einer adäquaten Kraft im Bereich:

  • der Rumpfmuskulatur
  • der Hüftmuskulatur
  • der Beinmuskulatur

Unter Kraft verstehen wir die Ermüdungswiderstandsfähigkeit gegen lang andauernde, sich wiederholende Belastung bei statischer oder dynamischer Muskelarbeit. Die Kraft bildet in diesem Zusammenhang die Grundlage für alle weiteren Kraftfähigkeiten wie Kraftausdauer, Schnellkraft, aber auch Sprungkraft. Ohne eine adäquate Kraft können diese drei Fähigkeiten nur bedingt verbessert werden, da diese von der Kraft abhängig sind!

Da der aktuelle Fussball immer athletischer, schneller und dynamischer wird, gehören die vier Kraftfähigkeiten (natürlich auch neben den fussballspezifischen Fähigkeiten) zu den mitentscheidenden Faktoren, die über den Ausgang eines jeden Fussballspiels entscheiden können.

 

Wie wichtig adäquate Kraftfähigkeiten in Bezug auf die fussballspezifische Leistungsfähigkeit sind, sehen wir, wenn wir uns folgende Beispiele anschauen.

 

  1. Zweikampf

Ein Zweikampf gehört mit zu den entscheidenden Spielelementen eines jeden Fussballspiels. Häufig gewinnt die Mannschaft das Spiel, welche die wichtigen Zweikämpfe für sich entscheidet! Gerade im Zweikampf ist eine adäquate Rumpf-/Hüft-/Beinkraft notwendig, um sich durchzusetzen.

 

  1. Laufleistung

Wie bereits erwähnt bildet eine adäquate Kraft die Basis für eine solide Kraftausdauer. Die fussballspezifische Ausdauer resultiert in diesem Zusammenhang aus der Kraftausdauer sowie dem Herzkreislaufsystem. Haben wir nun Defizite im Bereich der Kraft, kann sich dies wiederum negativ auf die Kraftausdauer und somit auf die fussballspezifische Ausdauer auswirken.

 

  1. Sprungkraft

Eine solide Sprungkraft ist ebenfalls eine sehr wichtige Fähigkeit auf dem Fussballplatz, die über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Eine gute Sprungkraft kann darüber entscheiden, ob der wichtige Kopfball verteidigt werden kann oder nicht. In diesem Zusammenhang bildet eine adäquate Kraft die Basis für eine solide Sprungkraft.

 

  1. Schnellkraft

Wie auch die Sprungkraft kann die Schnellkraft direkt über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Schnellkraft kann in diesem Zusammenhang darüber entscheiden, ob das entscheidende Laufduell gewonnen wird oder nicht. Wie auch die Sprungkraft baut die Schnellkraft auf der Kraft auf und kann somit von dieser abhängig sein.

 

Leider wirken sich Kraftdefizite in den vier Kraftfähigkeiten nicht nur auf die körperliche sowie fussballspezifische Leistungsfähigkeit aus. Im weiteren Verlauf führen Defizite innerhalb der Kraftfähigkeiten zu einer verminderten körperlichen Belastbarkeit, was zu einem erhöhten Beschwerde-/Verletzungsrisiko führen kann.

Durch die verminderte körperliche Belastbarkeit können fussballspezifische Belastungen nur begrenzt absorbiert werden, was zu einer erhöhten sowie ungünstigen Belastung multipler Körperstrukturen (Muskeln, Sehnen, Gelenke usw.) führen kann. Diese Fehlbelastung kann im weiteren Verlauf zu Überlastungen, Beschwerden oder sogar Verletzungen führen. Leider weisen sehr viele Fussballer (gerade im Amateurbereich) starke Defizite innerhalb der verschiedenen Kraftfähigkeiten auf. Aus diesem Grund solltest du die Vorbereitung auf die Fussballvorbereitung nutzen um adäquate Kraftfähigkeiten aufzubauen.

Hier geht es zum nächsten Artikel über das Ausdauertraining als Fussballer als Vorbereitung auf die eigentliche Fussballvorbereitung.

 

Autor: Nico Imhof, Physiotherapeut

Zu seinem Instagram